2.Aflenzer Diskurs
Wirtschaftsforum der Kleinregion Hochschwab Süd
in der Propstei Aflenz
in der Propstei Aflenz
Im Grunde wurde das Ergebnis des Wirtschaftsforums der Kleinregion Hochschwab Süd in der Propstei Aflenz schon durch die Tatsache, dass die sechs Regionsgemeinden Aflenz-Kurort, Aflenz-Land, Etmissl, St. Ilgen, Thörl und Turnau gemeinsam dazu eingeladen hatten, vorweg genommen: Gemeinsamkeit über die Gemeinde- und Parteigrenzen hinweg. Und, dass es der Bevölkerung auch ernst zu sein scheint, gemeinsam aufzutreten, zeigten die 300 Besucher aus der gesamten Region, die die Propstei-Räumlichkeiten nahezu zum Platzen brachten.
Zu Gemeinsamkeit bekannten sich auch die Gäste einer Podiumsdiskussion zum Thema "Perspektiven der regionalen Wirtschaft - Chancen für die Region Hochschwab-Süd." Moderator Bernd Olbrich, Leiter des Steiermark-Ressorts der Kleinen Zeitung, entlockte Heidi Hausmann (Maschinenbau Koller), Karl Detschmann (Tourismusregionalverband Hochsteiermark), Stefan Pierer (Cross-Industries AG, zu der unter anderem KTM und Pankl Racing Systems gehören), Alexander Phillipp (Johann Pengg AG) und Johann Weigand (Böhler Edelstahl AG) ihre Visionen für die Region, aber auch ihre Kritikpunkte und möglichen Maßnahmen für eine lebenswerte Zukunft. Gemein war vier Podiumsgästen der nahe Bezug zur Region, denn sie wohnen, wenn auch nur teilweise, in einer der sechs Regionsgemeinden.
Für Heidi Hausmann war klar, dass das Besinnen auf eigene Stärken wichtig bei der Bewältigung des geschäftlichen und beruflichen Alltags sei. "Von meinem Vater habe ich drei wichtige Dinge gelernt: Mut, Risiko und Freude an der Arbeit. Man muss die Begeisterung aber auch an die Mitarbeiter weitergeben."
Entschleunigen Karl Detschmann sieht die Chancen der Region im sanften Erlebnistourismus. "Großes ist nicht gefragt, sondern Entschleunigung und Erlebnis. Wir wollen die Sommerfrische wieder in den Vordergrund rücken, wollen, dass sich der Gast hier bei uns, in dieser wunderschönen Region, wohlfühlt. Das war die Idee von Heinz Reitbauer und dazu muss Gemeinsamkeit weitergetragen werden. Diese geht hier noch ab", erklärte er.
Härter ins Gericht mit der Region ging Johann Weigand. "Wir brauchen hier einfach Leitbetribe wie etwa den Leithammel Böhler. In Sachen Tourismus muss gigantische Aufbauarbeit geleistet werden, weil in der Vergangenheit sehr viel versäumt wurde. Wir müssen die Pferde im Stall lassen. Nicht hochtrabende Pläne bringen etwas, sondern Schritt für Schritt muss an die Sache herangegangen werden. Wir müssen uns alle gemeinsam weiterentwickeln, dann können wir es schaffen", sagte er überzeugt.
Auf den Boden der Realität brachte auch Stefan Pierer so manchen Zuhörer zurück: "Wir glauben immer, wir haben Fremdenverkehr. Wenn wir sagen, wir haben Tourismus, dann machen wir uns was vor. Den haben wir nicht, und auch die Infrastruktur ist am Boden. Wir haben 20, 30 Jahre nachzuholen. Die Region leidet auch unter Abwanderung, deshalb ist es wichtig, lebensqualitative Maßnahmen zu setzen, damit Leute wieder gerne hier wohnen", sagte er. Die Krise habe weltweit zugeschlagen, "aber uns hier hat es ja schon viel früher erwischt, deshalb kann es nur aufwärts gehen."
Hoffnung Pierer ist auch einer der Hoffnungsträger in der Region. Noch heuer möchte er beginnen, den von ihm erworbenen Aflenzerhof in Aflenz-Kurort umzubauen. "Tourismus ist fast Liebhaberei und kann sich mit Industrierenditen nicht vergleichen. Wir werden revitalisieren und wollen in den nächsten eineinhalb Jahren 20 bis 22 qualitativ hochwertige Appartements bauen. Auch die Gastwirtschaft wird revitalisiert. Das ist das erste Projekt hier. Schritt für Schritt soll etwas geschehen. Viele kleine Dinge könne auch ein Ganzes ergeben", führte er aus und verwies auch darauf, den Schwerpunkt Gesundheit nicht zu vergessen.
Mit einer schockierenden Aussagen für so manchen anwesenden Bürgermeister brachte Alexander Phillipp seine Visionen auf den Punkt: "In ein paar Jahren sitzt vielleicht nur noch ein Bürgermeister für alle Gemeinden hier. Es gibt dann keine Neidereien mehr", provozierte er - und erntete Applaus. Er sehe die Region auch als Schisportparadies, räumte aber ein, dass es ohne Industrie nicht gehen werde.
Schlussendlich waren sich alle einig, dass die Zukunft der Region nur gemeinsam bewältigbar sei: Die Lebensqualität müsse erhalten und ausgebaut werden - für Einheimische und Gäste. Dass es die kleinen Schritte seien, die zum Erfolg führten und, dass es nicht ohne Selbstkritik ginge.
Und ein "erfreulicher Schritt", wurde vorort angesprochen: Die Revitalisierung der Propstei, deren Verantwortliche durch Veranstaltungen und Seminare Zeichen setzen wollen.
JOHANNA BIRNBAUM
Zu Gemeinsamkeit bekannten sich auch die Gäste einer Podiumsdiskussion zum Thema "Perspektiven der regionalen Wirtschaft - Chancen für die Region Hochschwab-Süd." Moderator Bernd Olbrich, Leiter des Steiermark-Ressorts der Kleinen Zeitung, entlockte Heidi Hausmann (Maschinenbau Koller), Karl Detschmann (Tourismusregionalverband Hochsteiermark), Stefan Pierer (Cross-Industries AG, zu der unter anderem KTM und Pankl Racing Systems gehören), Alexander Phillipp (Johann Pengg AG) und Johann Weigand (Böhler Edelstahl AG) ihre Visionen für die Region, aber auch ihre Kritikpunkte und möglichen Maßnahmen für eine lebenswerte Zukunft. Gemein war vier Podiumsgästen der nahe Bezug zur Region, denn sie wohnen, wenn auch nur teilweise, in einer der sechs Regionsgemeinden.
Für Heidi Hausmann war klar, dass das Besinnen auf eigene Stärken wichtig bei der Bewältigung des geschäftlichen und beruflichen Alltags sei. "Von meinem Vater habe ich drei wichtige Dinge gelernt: Mut, Risiko und Freude an der Arbeit. Man muss die Begeisterung aber auch an die Mitarbeiter weitergeben."
Entschleunigen Karl Detschmann sieht die Chancen der Region im sanften Erlebnistourismus. "Großes ist nicht gefragt, sondern Entschleunigung und Erlebnis. Wir wollen die Sommerfrische wieder in den Vordergrund rücken, wollen, dass sich der Gast hier bei uns, in dieser wunderschönen Region, wohlfühlt. Das war die Idee von Heinz Reitbauer und dazu muss Gemeinsamkeit weitergetragen werden. Diese geht hier noch ab", erklärte er.
Härter ins Gericht mit der Region ging Johann Weigand. "Wir brauchen hier einfach Leitbetribe wie etwa den Leithammel Böhler. In Sachen Tourismus muss gigantische Aufbauarbeit geleistet werden, weil in der Vergangenheit sehr viel versäumt wurde. Wir müssen die Pferde im Stall lassen. Nicht hochtrabende Pläne bringen etwas, sondern Schritt für Schritt muss an die Sache herangegangen werden. Wir müssen uns alle gemeinsam weiterentwickeln, dann können wir es schaffen", sagte er überzeugt.
Auf den Boden der Realität brachte auch Stefan Pierer so manchen Zuhörer zurück: "Wir glauben immer, wir haben Fremdenverkehr. Wenn wir sagen, wir haben Tourismus, dann machen wir uns was vor. Den haben wir nicht, und auch die Infrastruktur ist am Boden. Wir haben 20, 30 Jahre nachzuholen. Die Region leidet auch unter Abwanderung, deshalb ist es wichtig, lebensqualitative Maßnahmen zu setzen, damit Leute wieder gerne hier wohnen", sagte er. Die Krise habe weltweit zugeschlagen, "aber uns hier hat es ja schon viel früher erwischt, deshalb kann es nur aufwärts gehen."
Hoffnung Pierer ist auch einer der Hoffnungsträger in der Region. Noch heuer möchte er beginnen, den von ihm erworbenen Aflenzerhof in Aflenz-Kurort umzubauen. "Tourismus ist fast Liebhaberei und kann sich mit Industrierenditen nicht vergleichen. Wir werden revitalisieren und wollen in den nächsten eineinhalb Jahren 20 bis 22 qualitativ hochwertige Appartements bauen. Auch die Gastwirtschaft wird revitalisiert. Das ist das erste Projekt hier. Schritt für Schritt soll etwas geschehen. Viele kleine Dinge könne auch ein Ganzes ergeben", führte er aus und verwies auch darauf, den Schwerpunkt Gesundheit nicht zu vergessen.
Mit einer schockierenden Aussagen für so manchen anwesenden Bürgermeister brachte Alexander Phillipp seine Visionen auf den Punkt: "In ein paar Jahren sitzt vielleicht nur noch ein Bürgermeister für alle Gemeinden hier. Es gibt dann keine Neidereien mehr", provozierte er - und erntete Applaus. Er sehe die Region auch als Schisportparadies, räumte aber ein, dass es ohne Industrie nicht gehen werde.
Schlussendlich waren sich alle einig, dass die Zukunft der Region nur gemeinsam bewältigbar sei: Die Lebensqualität müsse erhalten und ausgebaut werden - für Einheimische und Gäste. Dass es die kleinen Schritte seien, die zum Erfolg führten und, dass es nicht ohne Selbstkritik ginge.
Und ein "erfreulicher Schritt", wurde vorort angesprochen: Die Revitalisierung der Propstei, deren Verantwortliche durch Veranstaltungen und Seminare Zeichen setzen wollen.
JOHANNA BIRNBAUM
